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Los ging es am Pfingstmontag mit dem Auto gen Österreich. Etwa 6,5 Stunden Fahrt lagen vor uns bis in den Nationalpark Gesäuse in der Steiermark.

Der Nationalpark Gesäuse ist der drittgrößte Nationalpark Österreichs. Er liegt leicht östlich gelegen im Herzen von Österreichs und umfasst im Wesentlichen die zwei Gebirgsstöcke Buchsteinmassiv und Hochtorgruppe.  Das Hochtor selber ist mit 2370 m der höchste Gipfel des 11.306 ha großen Nationalparks.

Die Region bietet für jeden Bergliebhaber das richtige Angebot aus Sport, Erholung oder Action & Abenteuer. Letzteres stand bei uns auf dem Programm.

Somit war unser Ziel das Ennstal, welches gleichzeitig Ausgangspunkt für unsere 3 Touren war. Unsere Unterkunft, das Riverhouse, liegt in der Nähe von Gstatterboden ca. 100 Meter vom wilden Fluss entfernt.

Vom Riverhouse gelangt man mit dem Auto in 10 Minuten in den schönen kleinen Ort Johnsbach im Johnsbachtal. Dort wurden wir die folgenden Tage im Camp Gesäuse von unseren Guides und dem Team von Adventure Outdoor Strobl empfangen und mit benötigter Ausrüstung versorgt.

Tag 1 – Rafting:

Morgens um 10 Uhr hieß es Treffen im Camp. Leider war das Wetter an diesem Tag nicht mehr ganz so gut und passend zu den kühlen Temperaturen von 10 Grad fing es dann auch noch an zu regnen. Naja, nass sollte es ja eh werden.

Versehen mit Neoprenanzug, Helm, Schwimmweste und Paddel wurden dann alle mit dem Bus und einem Rafting Boot zurück zur Enns gebracht. Beim ersten Abschnitt wird die Enns zum „warm“ werden erstmal ab der Mitte befahren.

An der Johnsbachbrücke gab es die benötigte Sicherheitsunterweisung und die Verhaltensregeln für das White Water Raftingbevor sich Laura, Kai, Jannik, Tim und Philipp mit dem Rafting-Guide Adrian in die Fluten stürzten.

Der zweite Run erfolgt dann auf etwa 12 km des reißenden Flusses, vom Einstieg an der Eisenbahnbrücke bis zum Ende, der Rolling Stones Passage bei Weng im Gesäuse.

Die Wildwasserpassagen der Schwierigkeitsstufe 3 & 4 wechseln sich immer wieder mit etwas leichteren Abschnitten ab. Dort blieb Zeit für Späßchen oder kurze Erholung und den Blick in die Berge.

Nachdem alle wieder heil an Land waren, ging es mit dem Bus zurück ins Camp nach Johnsbach, wo eine heiße Dusche und Tee zum Aufwärmen warteten. Die Wassertemperatur von ca. 12 Grad ist im Hochsommer auch nicht wirklich höher.

Tag 2 – Klettersteig im Alpinpark Gesäuse

In der Nacht zum Mittwoch kühlte es sich noch etwas ab und wir starteten morgens erneut um 10 Uhr, um von unserem Guide Luis bei 6 Grad Lufttemperatur empfangen zu werden. Die Berge ringsum waren leicht gepudert mit Neuschnee. Ganz so hoch hinaus ging es für uns aber nicht.

Zu Fuß gelangt man von Johnsbach aus in 5 Minuten zum Alpinpark Gesäuse. Nach kurzer Unterweisung ging es dann auch direkt los an die Leitern, Sprossen und Stäbe die nach oben führen. Nach dem ersten Abschnitt der insgesamt ca. 250 Höhenmeter führt ein etwas leichterer Weg am Kamm bergauf. Wer es schwerer mag biegt ab und gelangt dort über teilweise überhängende Abschnitte nach oben.

Der Alpinpark bietet Klettersteigpassagen in den Schwierigkeitsgraden C bis E. Für den schwierigen Teil benötigt man ordentlich Armkraft.

Mit jedem Meter höher wird der Ausblick, trotz dem regnerischen Wetter, immer besser.  In luftigen Höhen folgen dann zwei Seilbahnen ( Flying Fox ) von 40 und 150 m Länge. Zweitere in etwa 200 Meter über dem Boden. Ein geniales Gefühl das ich jedem Schwindelfreien nur empfehlen kann.

Nach dem der Adrenalinpegel etwas gesunken ist, findet man sich gleich an einer relativ steil abfallenden Stelle hoch über den Bäumen wieder. Von Luis wurde dann jeder über 3 Abseilpassagen abgelassen. Insgesamt geht es dort wieder 120 Meter in die Tiefe.

Auf die Frage von Jannik, ob alles sitzt, antwortete Luis gelassen: Basst, Brauchst scho a bissel Vertraun. Dazu sollte erwähnt sein, dass zwei von uns noch nie einen Klettersteig gegangen sind. Aber so entspannt wie unser Guide sich in diesen Höhen gekonnt bewegte, macht man Ihm wohl so schnell nix vor. Ein Pfundskerl aus den Bergen eben.

Bevor wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten, mussten erst noch eine 35 m Hängebrücke und ein weiterer Flying Fox von 80 m über den Johnsbach bewältigt werden.

Eine sehr schöne Tour die etwa 3 bis 4 Stunden dauert.

Tag 3 – Canyoning:

Das letzte Abenteuer unserer Tour sollte das kälteste werden. Jedoch gesellte sich an diesem Tag endlich mal die Sonne dazu. Bei 18 Grad und blauem Himmel ging es morgens zum Treffpunkt nach Liezen, wo wir unseren Canyoning-Guide Marc treffen sollten.

Ein pfiffiges Kerlchen der es bestens versteht jeden zu motivieren und mitzureißen, was uns gleich beim ersten Handschlag klar war.

Was darf man sich jetzt unter Canyoning vorstellen? Man wird in einen Neoprenanzug gesteckt und klettert, springt und schwimmt durch eine Schlucht in Österreich. Gesagt getan.

Wir hatten die Tour „Jump“ gebucht und diese führte uns mit dem eigenen PKW ins Salzatal bei St. Martin am Grimming. In einer idyllischen Gegend am Fuße der Berge die bis zu 2351 Meter aufragen, zwängten wir uns also in den Neoprenanzug. Der ist auch wärmstens empfohlen. Die Salza, welche im hinteren Bereich von einer Staumauer zurückgehalten wird, hat Sommer wie Winter etwa 8 Grad. Bei jedem Eintauchen bleibt einem kurz die Luft weg.

Mit Klettergut und Helm ausgestattet gelangten wir dann zum Einstieg in den Canyon. Vorbei an einem 25 m hohen Wasserfall gelangt man in den mittleren Bereich. Diesen Abschnitt klettert man erst hoch um Ihn dann wieder nach unter zu durchqueren. Dort warten dann kleinere und größere Wasserlöcher die man durchschwimmt oder in die man springt. Eine traumhafte Schlucht an deren Seiten sich überall kleinere und größere Wasserfälle in den Canyon stürzen.

Raus aus dem Wasser nutzen wir jedes Mal die wärmende Sonne. Gut das es warm war. Bei kühleren Temperaturen oder gar Regen wollte ich diese Tour nicht unbedingt machen. Aber es ist und bleibt halt eine Outdoor-Aktivität.

Nach Sprüngen von etwa 5 und 7,5 Metern folgt zum Schluss dann ein Highlight, auf das man zu Beginn schon einen Blick werfen konnte. Zu guter Letzt wurde jeder von Marc im Wasserfall in den großen Pool abgelassen. Eine glitschige Angelegenheit, bei dem einem die 25 Meter nach unten, das eiskalte Wasser auf den Helm prasselt.

Ein perfekter Abschluss für einen gelungenen Kurzurlaub.

Am Heimreisetag zeigte sich Österreich und das Gesäuse erneut von seiner schönsten Seite. Die Sonne strahlte vom blauen Himmel und man könnte meinen, die Gegend wollte uns dazu ermuntern wiederzukommen.

Auf ein Wiedersehen!

Vielen Dank an die Mitreisenden, die Guides und das gesamte Team von Adventure Outdoor Strobl. Es war mir eine Ehre.