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Die Levadawanderung im Tal der Ribeira da Ponta do Sol liegt auf der Südseite der Insel und führt in das schmale und tief eingeschnitte Tal. Man bewegt sich dabei aber nur auf der östlichen Seite auf zwei unterschiedlichen Höhen.

Levada do Moinho

Levada do Moinho

Der Weg kann in beiden Richtungen begangen werden. Die schönere Variante ist aber zuerst der unteren Levada zu folgen um dann am Ende des Tals über eine Treppe auf die obere Levadaebene aufzusteigen, welche in schwindelerregender Höhe wieder aus dem Tal heraus läuft.

Aber was sind überhaupt Leavadas? Levadas sind künstlich angelegte Wasserwege die sich über mehr als 2000 km über die ganze Insel erstrecken. Wenn man sich im Internet über Levadas belesen will, finden sich Angaben über die ersten angelegten Levadas im 15 Jahrhundert.

Kaum vorzustellen unter welchem Aufwand die Menschen, wahrscheinlich überwiegend Sklaven, die Wasserläufe angelegt haben müssen. Das System verläuft an steilen Abhängen, durch kilometerlange Tunnel und sogar über Brücken.

Dieses System versorgt die steilen Plantagen mit Wasser aus den Quellen sowie dem regenreichen Zentrum mit den hohen Bergen in der Mitte Madeiras. Die Wege entlang der Levadas dienen der Instandsetzung der Kanäle und sind ebenfalls beste Wanderwege.

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Blick ins Tal Ribeira da Ponta do Sol

Direkt hinter der kleinen Kirche im Ort Lombada da Ponta do Sol, neben dem alten Herrenhaus Solar dos Esmeraldos, führt ein kleiner Weg zu der wenige Meter entfernten Levada do Moinho. Man folgt dem Weg entlang der Hänge und hat dabei immer einen schönen Blick auf das an der Küste gelegene Örtchen Ponta do Sol.

Der Untergrund ist hier so abwechslungsreich wie die Pflanzenwelt, lässt sich aber sehr angenehm begehen. Ohne größere Höhenunterschiede überwinden zu müssen, folgt man der Levada weiter hinein ins Tal.

Nach etwa 5 Kilometern erreicht man eine Treppe die ca. 40 Höhenmeter überwindet. Wer möchte folgt noch dem Flussbett bergauf bis zur Quelle der Levada Nova, an dessen Weg man dann wieder aus dem Tal hinausgelangt.

Etwa 1 Kilometer, nachdem man nun der weiter oben im Tal gelegenen Levada folgt, biegt der Kanal in eine kleine Schlucht nach links ab und verläuft in einer kleinen Schleife direkt hinter einem Wasserfall entlang. Dieser hat sich eine richtige Rinne in den Fels gespült und donnert dort gewaltig in die Tiefe.

Spektakuläre Aussicht im Ribeira Brava Tal

Spektakuläre Aussicht im Ribeira Brava Tal

Kurz danach gilt es einen ca. 200 Meter langen Tunnel zu durchqueren. Hierzu sollte man ( wie auf den meisten Levadawanderungen ) immer eine Stirnlampe im Gepäck haben.

Auf den letzten Kilometern merkt man dann Stück für Stück, dass sich das Tal wieder öffnet und man erreicht den Ausstieg der Levada etwas oberhalb der kleinen Kirche.

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On the Top

Wer nach der Levadatour noch etwas unternehmen möchte, fährt mit dem Auto von Ribeira Brava aus Richtung São Vincente und biegt in Serra de Àgua Richtung Boca da Encumeada Pass ( 1007 m ) ab. Auf halben Weg gibt es Parkplätze die einen atemberaubenden Blick ins Ribeira Brava Tal erlauben.

Vom Pass aus kann man der ER110 in die Hochebene Paul da Serra folgen und erneut an den vielen Aussichtspunkte Rast machen, und die Landschaft auf einen wirken lassen. In der Nähe eines kleinen Gebäudes, welches an eine Festung erinnert, fanden sich dann noch perfekte Boulderfelsen auf einer Kuhweide etwas unterhalb des Parkplatzes.

Als Kletterer konnte ich nicht wiederstehen und versuchte mich an den Felsen. Wobei ich schon zugeben muss, dass ich in auf ganz Madeira keine anderen Kletterer erspähen konnte, was mich etwas verwundert!

Nützliches Infos: Madeira – Rother Wanderführer

Höhenprofil der Tour:
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Link zum GPS Track: Das Tal der Ribeira da Ponta do Sol