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Gastbeitrag von „Lukas Krey“

Wie sich herausstellte hätte ich mein Zelt ruhig zusammen mit den beiden in der Nähe von Kingshouse Hotel aufstellen können ohne all zu große Probleme zu bekommen.

Bis auf einen kurzen aber heftigen Regenschauer in der Nacht kam nicht mehr besonders viel Wasser vom Himmel und als ich um 8:00 bei Nick und Niko auftauchte um den beiden „Frühstück“ zu bringen kam sogar die Sonne durch, ganz so wie der vorher schon erwähnte wirklich detaillierte Wetterbericht yr.no aus Norwegen es vorausgesagt hatte.

Frühstück bestand, wie die letzten Tage aus Tee und Müsli wobei sich die Idee mit den Instantcappuchinotütchen statt Milchpulver wirklich bewährt haben.

Es schmeckt halt einfach nicht ganz so nach Babybrei wie letztgenanntes.
Für heute stand nur eine Kurze Etappe von ca. 14 km auf dem Plan der uns allerdings zum höchsten Punkt des West Highland Way führen sollte, über den Devils Staircase auf 550m was eine Steigung von 300 Höhenmeter über 2 Km bedeutet.

Allein der Name „Devils Staircase“ flößte uns schon ein gewisses Maß an Respekt ein und so starteten wir zügig und suchten die vor uns liegenden Hügel immer wieder nach steil aufragenden Wegen ab. Nach einer kurzen Kaffeepause mit den zwei Aachenern am Fuß des Anstiegs ging es dann auch endlich hoch…wie immer in einem Höllentempo.

Nick ist einfach eine Zugmaschine sondergleichen an die man sich nur dranhängen muss und schon rennt man mit 300 hm in 30 Minuten so einen Berg hinauf.

Oben angekommen dann die Verwunderung. Wer einen wirklichen „Staircase“ erwartet hatte wurde enttäuscht, die ganze Steigung war zwar steil aber auch nicht wirklich teuflisch, sondern erinnert eigentlich im großen und ganzen an den Weg auf den Conic Hill am Loch Lomond.

Nun folgte nur noch der 6 Km lange Abstieg hinunter ins Glenleven und dann am Fluss entlang nach Kinglochleven.

Schottland ist schon sehr wunderlich. Auf der einen Seite eines Berges sieht man noch das „Tal der Ödnis“ mit 3000L Regen im Jahr wo außer Moor nichts aber auch wirklich nichts ist und 20km Luftlinie entfernt blüht alles und man freut sich endlich wieder verschiedene Bäume und Pflanzen zu sehen.

Nach ungefähr 2/3 des Abstiegs kreuzt man dann den See und die Rohre welche die Turbinen des Kraftwerks in Kinochleven und damit auch die alte Aluminiumfabrik hier versorgt haben.

Eindrucksvoll kann man an manchen Stellen den Druck erahnen der hier im Rohr steht wenn man sieht wie das Wasser aus den vorhandenen Lecks schießt.

Auf dem letzten Km nach Kinochleven wandert man im Flusstal des Leven der auch Blackwater River genannt wird, nicht umsonst übrigens.

Man könnte den Eindruck haben, an einem Fluss aus Guinness vorbeizulaufen.

Lohnenswert in Kinochloven ist die Eiskletterhalle, wo man Toprope-gesichert sich an diesem Sport versuchen kann, allerdings war uns der Preis von 20 GBP plus Ausrüstung doch zu viel.

Erwähnenswert bleibt weiterhin nur noch der Rastplatz direkt in der Sonne an der Brücke und die Bothy Bar am MacDonald Hotel welche ein mehr als ordentliches Whisky-Angebot bereitstellt.

Höhenprofil Tour 6 WHW – Bridge of Orchy nach Kinglochleven
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