Der zweite Tag des Kurses war gleich eine richtige Herausforderung. Der Weg war klar: über den Weißseeferner zum Falginjoch, dem Westgrad folgend zur Weißseespitze und über den Gepatschkferner zum Brandenburger Haus.

Blick zum Gepatschferner

Alternativ stand noch die Route vom Gepatschhaus zur Rauhekopfhütte und über den Ferner zum Brandenburger Haus. Aufgrund der etwa 1600 Höhenmeter im Anstieg und des eher durchwachsenen Wetters entschieden wir uns jedoch für Plan B.

Die Weißseespitze ist ein 3510 Meter hoher Berg am Ende des Kaunertals, welcher genau auf der Grenze zwischen Tirol ( Österreich ) und Südtirol ( Italien ) liegt. Die Höhenangaben schwanken zwischen 3498 m und 3528 Meter.

Aus der Karte „Alpenvereinskarte – Ötztaler Alpen – Weißkugel“  lässt sich die Höhenangabe 3526 m ablesen. Das Garmin – Etrex  30 zeigte 3510 Meter an. Offiziell wird auf Grund von Hangbewegungen an der Nordflanke eine Höhe von 3498 Metern angegeben.

Weißseespitze und Weißseeferner

Vom Gepatschhaus ging es erneut mit dem Auto über die Kaunertaler Gletscherstraße zu den Kaunertaler Gletscherbahnen auf einer Höhe von 2750 Metern am Rand des Weißseeferners. Diesmal wurde das gesamte Gepäck für die nächsten Tage im Rucksack verstaut.

Solltet Ihr eine solche Tour planen, beschränkt Euch auf das Nötigste! Jedes Gramm mehr dabei muss auch mit nach oben getragen werden.

Über den Weißseeferner ging es zu Beginn bei Sonnenschein Richtung Falginjoch auf 3107 Metern wo der Schlepplift des Skigebiets endet.

Bis dahin galt es teils aperes Gelände sowie manche firnbedeckte Abschnitte zu erklimmen. Langsam machte sich dann mehr und mehr das schlechte Wetter bemerkbar und die ersten Schneeflocken vielen auf unsere Häupter.

Den Westgrad hinauf

Mit Steigeisen an den Schuhen und dem Eispickel in der Hand ging es dann über den Westgrad Richtung Weißseespitze. Die Seilschaften wurden vorher aufgelöst und jeder lief für sich auf dem Fels- und Schuttbedeckten Grad.

Ab und an galt es einige leichte Klettereien in ausgesetztem Gelände zu bewältigen. Vorbei an zwei Wetterstationen und über einige Altschneefelder gelangt man allmählich höher. Leider war der Gipfel immer nur kurz auszumachen wenn sich die Wolkendecke mal lichtete.

Etwa 1,5 Stunden später erreicht man dann das Gipfelkreuz. Auf den letzten Metern wurde sich dazu wieder angeseilt. Leider war uns das Wetter nicht wohl gesonnen und die sonst spektakuläre Aussicht vom Gipfel blieb uns verwehrt.

Nach kurzer Stärkung folgte dann der Abstieg zum Gepatschferner und die Orientierung bei geschlossener Wolkendecke war schon abenteuerlich.

Gelegentlich wurde die Bewölkung mal weniger und man konnte etwas in die Ferne blicken und dazu die Größe des riesigen Gletschergebiets erahnen.

Irgendwo da ist der Gipfel

Gipfelfoto

Gepatschferner

Eine tolle Landschaft, die einen sogar bei so gut wie keiner Sicht in den Bann zieht. In weitem Bogen, um nicht in die großen Spaltenbrüche zu gelangen, ging es auf die Hintere Hintereisspitze ( 3486 m ) zu.

Unterhalb der Zinne ( 3381 m ) hält man sich dann etwas nach links und läuft ohne groß an Höhe zu gewinnen oder zu verlieren auf die Dahmannspitze ( 3397 m ) zu.

Brandenburger Haus

Hier und da ist das Tagesziel etwas unterhalb des Gipfels zu erkennen und je näher man kommt, desto beeindruckender ist der Anblick dieses Gebäudes in exponierter Lage.

Es handelt sich um das Brandenburger Haus auf 3277 Metern über N.N. Diese Hütte ist die höchstgelegene des Deutschen Alpenvereins und wird aktuelle von Albrecht Jetter bewirtet.

Vom Rand des Gletschers bis zum Haus hoch sind es dann auch nochmal gut einhundert Höhenmeter auf gut markiertem Weg. Nach dem Schneesturm jedoch schwierig zu sehen.

Das Haus bietet auf 6 Etagen einige Mehrbettzimmer sowie zwei Matratzenlager. Zwei Gasträume bieten die Möglichkeit sich aufzuwärmen, sich bei selbstgemachten Speisen zu stärken oder das ein oder andere Getränk zu sich zu nehmen.

Blick zum Kesselwandferner

Die Schutzhütte, welche von der DAV Sektion Berlin betreut wird, wurde Anfang des 19ten Jahrhunderts errichtet. Hierhin führt keine Straße. Entweder man gelangt über die Gletscher hier her, oder man muss sich fliegen lassen.

Die Versorgung der Hütte erfolgt daher ausschließlich per Hubschrauber. Und welcher technische Aufwand in der Hütte betrieben wird um den Gästen einen gewissen Komfort zu bieten, durften wir bei einer Führung von Albrecht erfahren.

Das „fließende Wasser“ kommt direkt aus dem Eis oberhalb des Hauses und es gibt nur eine Temperatur: kalt! Wer sich hier nach anstrengender Tour duschen will, sucht diese vergebens.  Also heißt es Katzenwäsche.

Am Abend wurde sich nach köstlichem Essen noch ein wenig mit Kartenkunde, Orientierung und Peilung beschäftigt. Somit konnte der nächste Tag im Eis kommen.

Tourinfos:

  • Schwierigkeit: schwer

  • Streckenlänge: 12,5 km

  • Dauer: 8,25 Std

  • Aufstieg: 998 m

  • Abstieg: 476 m

GPS Download:

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