header_whw_04

…and I’ll be in Scotland afore ye! Wie es im Lied Loch Lomond so schön heißt, hat man auf der 3ten Etappe von Rowardennan nach Inverarnan die Möglichkeit sich für zwei Wege zu entscheiden. Die Low Road oder die High Road. Was aber nicht wirklich was mit dem Lied zu tun hat. Wir haben uns auf Grund von Baumaßnahmen entschieden den Weg direkt am See zu nutzen.

Das Höhenprofil am Ende des Beitrags täuscht nur ein „klein wenig“. Obwohl man quasi immer in Seenähe läuft hat unser Navi am Abend ganze 500 Höhenmeter gezählt. Es geht also ständig bergauf und bergab. Und das nicht zu knapp. Für diesen Teil des West Highland Way, welcher im Buch als einer der schwierigsten Abschnitte beschrieben wird, ist absolute Trittsicherheit und gutes Schuhwerk unabdingbar. Auf den krassen Trails die wir zu Fuß kaum bewältigt bekommen haben sind sogar noch Jungs mit dem Mountainbike an uns vorbeigeschossen, und deren Spuren waren im nassen Untergrund immer wieder zu sehen.

Ich fahr zwar auch gerne Mountainbike und für Trailvergnügen bin ich immer zu haben, aber das wäre mir ne Nummer zu krass. Einen Moment nicht aufgepasst, den Fuß falsch gesetzt und das wars. Entweder landet man direkt im See oder auf den Felsen die überall in den See ragen.

Das heißt einige Stunden volle Konzentration. Und wehe man bleibt stehen und will sich kurz ausruhen. Dann wird man sofort von den gefräßigen Midges aufgefressen. Der Trail führt wie gesagt am Ufer des Loch Lomond durch wiederum traumhafte Wälder in den unterschiedlichsten Grüntönen über Stock und Stein. Zwischen drin gelangt man immer wieder an traumhafte Buchten, welche bei besserem Wetter mit Sicherheit zum Baden eingeladen hätten.

Überleben in der Wildnis Lektion 2: Hobokocher aus Aluminiumdose. Naja, wir haben unsere Mahlzeit dann doch mit Gas zubereitet. Aber an sich hätte das Prinzip glaube ich schon funktioniert. Laut Nick sollte man eine leere Dose an beiden Enden öffnen, ein kleines Türchen zum Anlegen einschneiden, und das Feuer mit Kamineffekt erwärmt in Kürze das Essen. Vielleicht lag es am Regen, am nassen Holz, am falschen Wind oder an den Midges. Diese verdammten Midges…..

Überleben in der Wildnis Lektion 3: Raupen als Eiweisssnack. Ist gar nicht mal so schlimm. Niko, Nick und meine Wenigkeit fanden an der Bucht kleine grüne Raupen die wir uns als Nachtisch genemigten.

Nach unserer Stärkung ging es wieder auf den Trail. Kurz vor Inversnaid überquert man noch einen sehr coolen Wasserfall. Im dortigen Hotel haben wir nochmal die Trinkblasen und Flaschen aufgefüllt. Dann ging es weiter über einen ähnlich schweren Weg wie zu beginn.

Im letzten Drittel der Tagesetappe erreicht man dann eine kleine Schutzhütte des Schottischen Alpenvereins. Das Hüttchen liegt traumhaft schön an einer kleinen Bucht gegenüber des Ortes Ardlui. Dort hörte es dann endlich auf zu regnen. War ja klar. Wir hatten ja auch ein Dach über dem Kopf. Nach kurzer Pause zur Regeneration ging es dann auf die letzten Kilometer zum Tagesziel bei Inverarnan.

Unsere erste Übernachtung in einem sogenannten Bunkhouse im Beinglas Farm Campsite stand auf dem Programm. Bunkhouses sind kleine Holzhütten mit Betten drin. Für jemanden der für eine Nacht nur ne Schlafmöglichkeit braucht reicht das vollkommen. Komfort ist dabei gleich null. Aber für den Zweck reicht es auf jeden Fall aus und ist dazu noch recht Preiswert.

Höhenprofil Tour 3 WHW – Rowardennan nach Inverarnan
( Dauer: ca. 9 Std. )
tour_03