Die österreichische Urlaubsregion Saalbach-Hinterglemm überzeugt nicht nur im Winter durch sein hervorragendes Skigebiet. Denn auch im Sommer hat das Glemmtal, südwestlich von Salzburg gelegen, extrem viel zu bieten und für Adrenalinjunkies aus der Mountainbike-Szene ist es ein wahrer Hotspot.

Im „Home of Lässig“ finden Mountainbiker ein Streckennetz von über 400 Kilometern Biketouren und zahlreiche Trails der Spitzenklasse. Jedes Jahr im Sommer findet sich die Weltelite der Freerider und Downhiller in der knapp 3000 Einwohner zählenden Gemeinde im Pinzgau ein.

2019 findet dort zum bereits fünften Mal das Gelmmride Bike Festival statt. Während den vier Tagen gibt es einen Slopestyle-Event, Downhill Rennen und jede Menge Rahmenprogramm sowie eine Expo.

Wer es auf den Mountainbike-Trails ruhiger mag und die Trails der Extraklasse genießen will sollte solche Events meiden.

Aber die Vorfreude von jemandem, der bisher nur in hessischen Mittelgebirgen unterwegs war, konnte kaum größer sein. Vor allem auf „den Trail“ schlecht hin in Saalbach-Hinterglemm.

Hacklberg Trail

Vom Schattenberg-Westgipfel auf 2096 Metern schlängelt sich der naturbelassene Hacklberg-Trail auf 6 Kilometern Länge hinab nach Hinterglemm. Vorbei an der Hacklberger Alm geht es bis kurz oberhalb der Westgipfel Mittelstation unweit vom Bergstadl.

Hat man sich vom Schattenberg Express hinauf zum Westgipfel gequält, warten im oberen Bereich des Panoramatrails tolle Anlieger und kleiner Sprünge. Vorbei an einem kleinen Bergsee, der sich als ein tolles Fotomotiv anbietet, geht es talwärts zum zweiten Teil, welcher dann etwas blockiger ist und wo die Kurven enger werden.  

Ein absolut genialer Trail bei dem man das Grinsen im Gesicht gar nicht mehr weg bekommt. Fahrspaß pur und das in einer atemberaubenden Natur mit tollem Fernblick. Bis 2014 endete der Trail an der Hacklberg Alm. Jetzt gibt es dort ein Verbindungsstück mit absolutem Fahr- und Flowspaß hinunter zum Einstieg des Buchegg-Trails.

Buchegg Trail

Der 3,5 Kilometer lange Singletrail ist ebenfalls naturbelassen und bringt einen flowig zurück nach Hinterglemm.  Hier warten auch noch ein paar Anliegerkurven sowie kleinere Sprünge und es geht hinweg über idyllische Almwiesen.

Blue-Line

Bewegt man sich zum ersten Mal auf alpinen Trails, sollte man nicht direkt mit dem Hacklberg-Trail beginnen. Hier empfiehlt sich zum Beispiel der Einstieg auf der Blue-Line. Diesen Trail erreicht man mit der Reiterkogelbahn in wenigen Minuten.

Direkt neben der Pro-Line, welche man doch vorerst den Profis überlassen sollte, wartet ein relativ einfacher Trail auf die Freerider.

Der 2,6 Kilometer lange Singeltrail überzeugt mit vielen Northshore-Elementen, der ein oder anderen Welle, kleinen Tables und einfachen Steilkurven.

Aber Vorsicht! Lässt man es laufen bekommt man hier richtig Speed drauf und da man doch ab und an bremsen sollte kann es sein, dass im Ziel die Finger kaum wieder aufgehen.

Panorama-Trail & Milka-Line

Wer es richtig flowig mag und Spaß an geilen Anliegerkurven hat, der wird diese beiden Trails lieben. Diese Trails lassen sich perfekt mit einander kombinieren.

Da dieses Jahr die Kohlmaisgipfelbahn neu gebaut wurde, blieb nur die Auffahrt über die Schönleitenbahn hinauf zum Wildenkarkogel. Wer mag, kann von hier aus ebenfalls über den Asitz-Trail hinab nach Leogang in den Bike-Park rollen.

Zum Einstieg des Panorama-Trails gelangt man über den so genannten Wurzel-Trail, welcher seinem Namen alle Ehre macht. Wurzel folgt hier auf Wurzel gefolgt von noch mehr Wurzeln. Ein anspruchsvoller Singeltrail der durch einen Nadelwald hindurch fast auf einer Höhe verläuft.

Fahrkönnen wird einem auf dem 3,4 Kilometer langen Trail hinüber zum Kohlmaiskopf abverlangt und der Puls schnellt in die Höhe.  

Beim Panorama-Trail ist der Name Programm. Der 1,3 Kilometer lange Trail mit faszinierendem Blick auf Saalbach-Hinterglemm bietet viel Fahrspaß mit einfachen Tables, kleinen Anliegern, Sprüngen und Wellen.

Ab der Panorama Alm bringen einen breite Schotterpisten hinab zur Asteralm von wo aus es nur noch wenige Meter bis zum Einstieg zur Milka-Line sind.

Diese anfängerfreundliche Freeride-Strecke ist 2,9 Kilometer lang und wer sich hier nicht wohl fühlt, dem kann wohl keiner helfen.

Absoluter Fahrspaß und für mich der flowigste Trail der ganzen Region. Durch die genial in die Landschaft eingebetteten Anliegerkurven fährt es sich wie ein Gedicht. Einige Holzelemente, kleine Wellen und Anlieger finden sich genauso wie der ein oder andere Table.

Spätestens beim zweiten Mal Fahren hat man den Dreh raus und wagt sich auch an die Sprünge mit mehr Speed ran und unten angekommen will man direkt wieder zum Einstieg zurück und gleich nochmal die Abfahrt genießen.

Die Saalbacher Webseite verspricht auf der Milka-Line maximales Fahrvergnügen bei minimaler Schwierigkeit. Dem ist absolut nichts mehr hinzuzufügen.

Z-Line

Der für uns anspruchsvollste Trail, beim ersten Besuch in Saalbach-Hinterglemm, war sicherlich die Z-Line. Aber auch hier können Neulinge wie wir richtig Spaß haben. Mit der Zwölferkogelbahn geht es hinauf zur Mittelstation wo sich auch direkt der Start befindet.

Die 3,7 Kilometer lange Strecke bietet zahlreiche Anlieger, Wallrides, traumhafte Northshore-Passagen durch einen Wald hindurch sowie Wellen, Tables und schon etwas höhere Sprünge.

Aber ab und an geht es auf dieser Strecke schon ganz gut zur Sache und es wird stellenweise arg ruppig. Hat man den Wald hinter sich gelassen geht es über eine lange Schotterpiste, die einen extrem durchschüttelt, hinab nach Hinterglemm.

Wer es noch eine Spur härter mag dem seien die Pro-Line und X-Line empfohlen.

Joker-Card

Glücklich kann sich der schätzen, dessen Unterkunft in Saalbach-Hinterglemm die Joker-Card beinhaltet. Diese Joker-Card gilt für die Dauer des Aufenthalts und beinhaltet zahlreiche Ermäßigungen sowie eine kostenlose Nutzung aller Bergbahnen. 

Dies kann für Mountainbiker eine lohnenswerte Sache sein, andernfalls kann es eine teure Angelegenheit geben.