Durch das Tal Husedalen verläuft der Fluss Kinso und überwindet dabei von der Hochebene der Hardangervidda bis zum Sørfjord fast 900 Höhenmeter. In insgesamt vier Wasserfällen stürzt sich hier das Wasser tosend hinab. Jeder einzelne Wasserfall ist dabei noch beeindruckender wie der vorrangegangene.

Ausgangspunkt dieser eindrucksvollen Wanderung ist der kleine Ort Kinsarvik, welcher in einer kleinen Bucht am Zusammenfluss von Sørfjord und Eidfjord liegt. Kinsarvik gehört zur Gemeinde Ullensvang im norwegischen Hordaland und zählt in etwa 500 Einwohner.

Parken kann man mit dem Auto direkt am Ortsrand oder man folgt der Straße bis zur Kinsarvik Skytebane ( Schießstand ) wo ebenfalls Parkmöglichkeiten sind. Hier quert man zu Fuß die kleine Brück über den Vivippo, welcher unweit der Brücke in den Kinso fließt.

Eine breite Schotterpiste führt an einem Hubschrauberlandeplatz vorbei und folgt dem Fluss bergan. Kiefern und Birken säumen den Weg und zur linken Seite ragen bemooste Felsen empor. Wer zurück Blickt kann von hier schon ab und an den Fjord im Tal erblicken.

Der Fluss Kinso im Husedalen Tal
Wildromantisch fließt der Kinso talwärts
Im Hintergrund wirft der Nyastølfossen seinen Schatten vorraus

Wenige Gehminuten später erreicht man ein altes Wasserkraftwerk unweit des Tveitafossen, welcher tosend 103 Meter durch die Felsen hinab stürzt. Hier muss man sich entscheiden ob man die breite Schotterpiste wählt oder ob man dem schmalen Pfad direkt am Kraftwerk steil hinauf zum Staubecken folgt.

In Norwegen sind die Wanderwege übrigens mit einem roten T gekennzeichnet und man kann diesen Pfad hier eigentlich nicht verfehlen. Direkt am Staubecken hat man die Möglichkeit kurz die Füße ins kühle Nass zu halten oder die Trinkreserven aufzufüllen.

Der offizielle Weg verläuft nun etwas oberhalb des Kinso, empfehlenswert ist aber hier der noch schmalere Pfad der direkt der Uferlinie folgt und an dem diverse Felsbrocken am Wasser ebenfalls zum Verweilen einladen.

Ab jetzt wird das Geläuf deutlich steiler und es geht über Felsstufen weiter aufwärts. Nach etwa 4,5 Kilometern und einem Anstieg von ca. 250 Höhenmetern erreicht man einen Aussichtspunkt. Hier hat man den besten Blick auf den Nyastølfossen, der mit einer Fallhöhe von 180 Metern über die Felsen stürzt.

Der steinige Pfad aufwärts
beeindruckende Wassermassen stürzen über die Felsen
Bester Blick auf den 180 Meter hohen Nyastølfossen
Blick zwischen den Kiefern hindurch auf Søtefossen und Nykkjesøyfossen
beeindruckende Wassermassen stürzen über die Felsen
Wanderer auf dem Pfad zur Alm Nykkjesøy

Zurück auf dem Pfad geht es auf dem folgenden Kilometer nochmal etwa 300 Höhenmeter nach oben bevor man eine Anhöhe erreicht wo der Weg durch einen schönen Kiefernwald verläuft. An manchen Stellen kann man zwischen den Kiefern hindurch schon den Nykkjesøyfossen erblicken.

Eine kleine felsige Anhöhe folgt und bringt einen zur Alm Nykkjesøy an der sich ein kleiner Kessel auftut. Viele nutzen hier die Stellen, an denen das Wasser deutlich langsamer daher fließt, um sich im kühlen Nass zu erfrischen.

Etliche Trekkingzelte sind auf der Alm verstreut an dessen Ende sich der Nykkjesøyfossen oberhalb der Almhütten ca. 80 Meter durch die Felsen hinab stürzt. Es gibt deutlich schlechter Plätze für eine Nacht im Freien.

Nach einer kurzen Rast folgt man dann dem weg auf der linken Seite zur Felswand hin. In zahlreichen Serpentinen geht es mal wieder steil aufwärts. Oben angekommen öffnet sich erneut ein weitläufiger Kessel an dessen Ende der vierte und letzte Wasserfall, der Søtefossen, zu erblicken ist.

Blick auf die Alm Nykkjesøy und den Nykkjesøyfossen
Schmaler Pfad auf das Felsplateau
Der Nykkjesøyfossen stürzt 80 Meter tosend durch die Felsen
Blick zurück zur Alm Nykkjesøy
Der Nykkjesøyfossen stürzt 80 Meter tosend durch die Felsen
Blick vom Nykkjesøyfossen hinab. Im Hintergrund der Utnefjord am Übergang von Sør- und Hardangerfjord

Der Pfad folgt rechts auf das Felsplateau auf dem man direkt bis zu den tosenden Wassermaßen am oberen Ende des Nykkjesøyfossen gelangt. Von hier überblickt man das gesamte Husedalen bis hinunter zum Utnefjord am Übergang von Sør- und Hardangerfjord. Dahinter erheben sich die Berge  des Folgefonn Nationalpark. Wer noch nicht genug hat kann von hier aus die Tour bis zur DNT-Selbstversorgerhütte Stavali, welche mit 62 Betten recht groß ist, erweitern.

Zurück zum Ausgangpunkt in Kinsarvik folgt man derselben Route die man beim Aufstieg genutzt hat. Als Alternative bietet sich die breite Schotterpiste an. Neben der Tour über den Hohen Gang zum Spitzingsee ist die Tour durch das Tal der Wasserfälle bei Kinsarvik eine der schönsten Wanderungen die ich bis dato erleben durfte.

Tourinfo

Schwierigkeit

mittel

Streckenlänge

15,8 km

Dauer

5,5 Std

Aufstieg

706 m

Abstieg

704 m

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