Måbødalen ist  ist ein beeindruckendes schmales Tal, das sich vom Eidfjord bis zur Hochebene Hardangervidda erstreckt. Das Tal liegt in der Gemeinde Eidfjord in der Provinz Hordaland im westlichen Teil Norwegens.

Im oberen Teil des Tales stürzt sich der 182 Meter hohe Vøringsfossen in die Tiefe. Der Vøringsfossen ist der bekannteste und dritthöchste Wasserfall Norwegens und bietet ein fantastisches Naturschauspiel.

Früher führten aberwitzige Straßen durch das Måbø-Tal die Anfang der 1900 Jahre erbaut wurden. Heutzutage schlängelt sich die Straße durch zahlreiche Tunnel das Tal hinauf. Dazwischen gibt es einige Rastplätze mit spektakulären Ausblicken in das tiefe Tal.

Wer das Tal zu Fuß erkunden möchte, kann dies zum Teil auf den alten Straßenabschnitten tun. Ein guter Startpunkt dazu ist der Parkplatz am Måbødalen Kulturlandschaftsmuseum. Vom Eidfjord aus kommend folgt man der Straße durch Øvre hindurch und weiter ins Tal hinein.

Die Felsflanken werden zunehmen immer steiler und der Fluss Bjoreio folgt dem Straßenverlauf. Nach etwa 2,5 Kilometern liegt der Parkplatz auf der rechten Seite. Von hier aus geht es zu Fuß weiter talaufwärts.

Direkt am Parkplatz findet sich ein kleiner Pfad und führt unter der Straße hindurch auf den alten Straßenabschnitt etwas oberhalb. Diese verläuft zu Beginn ostwärts und wurde hier durch einen riesigen Felsbrocken gesprengt.

Es geht weiter ins Tal hinein und in einem weiten Bogen geht es hinauf zum Måbøvatnet, einem kleinen See den der Bjoreio hier formt. Man überquert die steinerne Måbø-Bogenbrücke und gelangt an einen kleinen Rastplatz direkt vorm Kvernhushaugtunnelen.

Links neben dem Tunnelportal verläuft die alte Straße direkt am Ufer des Flusses. Ein Bauzaun versperrt einem hier den Weg. Der folgende alte Straßenabschnitt ist hier Steinschlaggefährdet, was uns allerdings erst auf dem Rückweg klar wurde.

Das Hinweisschild auf Norwegisch wies nur auf ein Verbot für motorisierte Fahrzeuge hin! Wer zu Fuß weiter geht stößt wenige Meter hinter der Absperrung auf einen Pfad der hinab zum Ufer des Bjoreio führt.

Ein super schöner Wanderpfad dem man für ungefähr etwas mehr als einen Kilometer folgt. Aber Obacht bei Nässe! Die vielen Steinfelder, die der Weg quert, sind fast komplett mit Moos bewachsen und werden somit extrem rutschig.

Ein Sturz in diesem Gelände sollte auf jeden Fall vermieden werden. Aber abgesehen davon ist es ein toller Weg, der immer mal wieder den Blick auf die reißenden Wassermaßen freigibt. Hier und da stürzen diese über zum Teile hohe Steinstufen.

Es geht ständig auf und ab und zum Teil durch dichten Bewuchs hindurch, der einem das Gefühl gibt durch einen Urwald zu wandern. Zum Ende hin steigt der Pfad wieder steiler bergauf und man erreicht eine Weggabelung, von wo aus es noch etwa 900 Meter bis zum Vøringsfossen sind.

Dieser Weg ist deutlich breiter ausgetreten, da hier viele Touristen zum Fuß des Wasserfalls laufen. Aber das heißt nicht, dass der Weg deutlich leichter wird. Es bleibt weiterhin anspruchsvoll und zum Teil ähnelt das ganze schon an leichte Kletterei.

Der tosende Wasserfall kündigt sich schon lautstark an und die Gischt ist unübersehbar. Jedoch gibt das Tal den Blick direkt auf den Wasserfall erst sehr spät frei. Wer ganz nah ran will quert die kleine Hängebrücke und folgt dem Weg noch etwas in den Kessel hinein.

Eine Regenjacke sollte unbedingt im Rucksack dabei sein, denn spätestens hier kann man sie gebrauchen. Links und rechts stürzen riesige Wassermaßen hinab wobei der größere Fall auf der rechten Seite liegt.

Der Linke Wasserfall verläuft in einer Art Rinne steil durch den Fels hinab. Weit oben lassen sich die zahlreichen Aussichtsplattformen ausmachen, von denen man einen tollen Blick aus der Vogelperspektive hinab ins Måbødalen und auf den Vøringsfossen hat.

Wer die Tour ab hier noch erweitern möchte, kann zu Fuß hinauf zu den Aussichtsplattformen gelangen. Oder man nimmt die alte Straße zurück zum Ausgangspunkt zurück und fährt mit dem Auto weiter hinauf.

Direkt hinter dem Tunnel liegt ein größerer Parkplatz und man gelangt von dort aus bis direkt an die Abbruchkante oberhalb des Wasserfalls. Und das Ganze an den meisten Stellen ohne Geländer und doppelten Boden. Diese Erfahrung ist jedoch nur was für tritt- und schwindelfrei Personen.

Noch besser ist der Blick von den Aussichtsplattformen am Fossli Hotel, zudem man noch etwas weiter mit dem Auto fahren muss. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Zurück auf der alten Straße findet man erneut ein kleines Verbotsschild, welches ebenfalls die Durchfahrt verbietet. Von Wanderern ist hier keine Rede. Das sollte es aber aktuell sein. Denn die Straße ist an viele Stellen mit großen und kleinen Felsbrocken überseht und wer hier von einem Stein getroffen wird hat keine Chance.

Wir haben uns mit ungutem Gefühl auf schnellem Fuß hindurch gewagt und es ging Gott sei Dank alles gut. Auf dem Hinweg ist die Gefahr ja ebenfalls gegeben, aber bei weitem nicht so präsent wie hier.

Es wäre auf jeden Fall ein Verlust, wenn das Tal für Wanderer an dieser Stelle ganz gesperrt wird. Aber es abzusichern könnte Unsummen kosten. Wer auf Nummer Sicher gehen will, fährt hinauf zum großen Parkplatz und erkundet den Wasserfall von hier aus.

TOURINFOS:

  • Schwierigkeit: mittel

  • Streckenlänge: 12 km

  • Dauer: 4,5 Std

  • Aufstieg: 374 m

  • Abstieg: 359 m

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