Der Fuldaer Höhenweg in den Ötztaler Alpen verläuft zwischen Riffelseehütte und dem Taschachhaus oberhalb des Taschachtals auf einer Durchschnittshöhe von etwa 2300 Metern.

Fuldaer Höhenweg

Von der DAV Sektion Fulda wird dieser Höhenweg betreut und zu Beginn jeder Saison wird nach dem Rechten geschaut, ob noch alle Wegmarkierungen und Brücken in Ordnung sind oder ob der Weg noch einwandfrei begehbar ist.

Etwa 11 Kilometer ist der Fuldaer Höhenweg lang. Entweder fährt man mit der Rifflseebahn zur Bergstation und startet von hier oder man bewältigt den Aufstieg zu Fuß in etwas mehr als einer Stunde.

Der Abstieg vom Taschauchhaus erfolgt über die Moränenhänge des Taschachferners und durch das Taschachtal zurück. Wer mag kann diese Runde natürlich auch anders herum laufen. Wobei die schöneren Aussichten auf der klassischen Runde zu erwarten sind.

Startpunkt der insgesamt 23,1 Kilometer langen Bergtour ist die Talstation der Rifflseebahn in Mandarfen im Pitztal. Mit Rucksack, passender Bekleidung und Verpflegung geht es los Richtung Taschachalm.

Schmaler Pfad

Man gelangt vom Parkplatz aus auf einer Brücke über die Pitze und folgt dem leicht ansteigenden Weg in südlicher Richtung. Blickt man vorbei am Mittagskogel ( 3126 m ) und dem Grabkogel ( 3052 m ) lässt sich der Mittelbergferner ausmachen.

Der Weg verläuft in einer langen Kurve ins Taschachtal hinein und es geht in südwestlicher Richtung weiter vorbei an der Taschachalm. An einer Weggabelung mit unübersehbarem Holzkreuz zweigt der Weg rechts ab und es geht über Serpentinen bergauf.

Nun wird das Gelände steiler und wenige hundert Meter nach dem man den Rifflbach überquert hat biegt auf der linken Seite ( Markierung mit gelbem Schild ) der Riffelseesteig ab.

Dieser Weg ist angenehmer zu laufen als die wesentlich steilere und breitere Straße. Ein Schmaler Pfad über Stock und Stein bringt einen weiter bergan zum Riffelsee. Kurz bevor man den Bergsee erreicht trifft man auf den Abzweig des Fuldaer Höhenweg, welcher hier offiziell beginnt.

Ein kurzer Abstecher zum See sollte aber drin sein und man sollte den Ausblick auf die umgebenden Berge genießen. Wer mag gelangt von hier aus auch in wenigen Gehminuten zur Riffelseehütte.

Unterhalb des Grubenkopfes ( 2839 m ) geht es dann nun endlich auf den Fuldaer Höhenweg. Man befindet sich hier auf einer Höhe von etwa 2200 Meter über N.N.

Blick zur Rifffelseehütte

Taschachferner

Brücke am Vorderen Eiskastenbach

Minimal ansteigend geht es dann oberhalb des Taschachtals immer weiter in dieses hinein. Der Ausblick ist jetzt schon gigantisch und es wird, je weiter man ins Tal hinein gelangt, noch viel besser.

Die Eismassen des Taschachferners sind von weit hin schon auszumachen. Und wer genau hinschaut kann das Taschachhaus ebenfalls schon erkennen.

Drahtseilakt

Bei strahlendem Sonnenschein geht es an den Hängen des Grubengrats und des Eiskastenkopfes über einen gut ausgetretenen Pfad mal leicht bergauf und wieder leicht bergab.

Es benötigt keine größere Anstrengung mehr, wenn man den Anstieg von Mandarfen aus zu Fuß bewältigt hat. Allerdings sind gutes Schuhwerk und Trittsicherheit meiner Meinung nach ein unbedingtes Muss.

Der Fuldaer Höhenweg gilt zwar als eher leichter Höhenweg, aber ab und an gibt es Passagen die einem die volle Aufmerksamkeit abverlangen um auf den größeren Steinblöcken nicht zu stürzen.

Gelegentlich sollte man sich mal umdrehen und den Blick zurück werfen. Dort ist die Riffelseehütte unterhalb des Muttenkopf in toller Lage zu erspähen.

Wildspitze und Taschachferner

Man muss aber schon genau hinschauen um den Weg, den man gekommen ist, zu erkennen. Meist erkennt man immer nur die letzten hundert Meter des schmalen Pfads.

Unterhalb der Grubenkarspitze ( 3002 m ) quert man dann den ersten von drei Bergbächen auf einer kleinen Holzbrücke. Der Rotschliffbach stürzt sich tosend ins Tal.

Das Geläuf wird etwas blockiger. Rechts ragt der Vordere Eiskastenkopf ( 3087 m ) steil auf und wer auf die gegenüberliegenden Berge blickt, der erkennt vom Taleingang her den Mittagskogel ( 3126 m ), Mitterkamm ( 3222 m ), Mitterkopf ( 3347 m ) sowie den Vorderen Brunnenkogel ( 3393 m ).

Hinter diesen Dreitausendern liegt der Pitztalgletscher mit seinem ausgedehnten Skigebiet und den vielen Liften.

Je weiter man auf dem Weg unterwegs ist, desto mehr kommt der beeindruckende Taschachferner mit seinen gewaltigen Spaltenbrüchen und die dahinter bis zu 3770 Meter aufragende Wildspitze ins Blickfeld. Ein toller Anblick!

Flacherere Bereiche, die einigen Kühen und Schafen als Weidegrund dienen, wechseln sich mit steil abfallenden Passagen ab. Fast unterhalb der Eiskastenspitze ( 3373 m ) überquert man den zweiten Wasserlauf. Der Vordere Eiskastenbach bahnt sich hier seinen Weg.

Murmeltier auf der Lauer

Sexegertenbach & Hochvernagtspitze

Taschachhaus

Unmittelbar dahinter gelangt man zu einem Bereich der mit Drahtseilen versichert ist. Wer trittsicher ist benötigt diese Hilfe eher nicht. Aber wer es mit der Höhe nicht so ganz hat ist sicherlich für diese Unterstützung dankbar.

Danach gelangt man an einen gesperrten Teil des Weges. Nach einem Felssturz ist der eigentliche Weg hier nichtmehr begehbar. Man folgt dem steileren Panoramaweg, an dem größtenteils auch Drahtseile angebracht sind.

Taschachtal

Nachdem es dann wieder abwärts geht, quert man den Hinteren Eiskastenbach in einem etwas flacheren Gelände. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf das Taschachhaus unmittelbar vor den herabstürzenden Wassermassen des tauenden Gletschers.

Rechts öffnet sich ein weiteres kleines Tal und man erblickt das Ölgrubenjoch und die umgebenden Berge. Die Hochvernagtspitze ( 3530 m ) ist auch auszumachen. Man quert den Sexegertenbach und erreicht nach einem kurzen Anstieg das Taschachhaus.

Hier kann man sich auf der Terrasse stärken und die tolle Kulisse auf sich wirken lassen. Das Taschachhaus ist wegen seiner guten Erreichbarkeit und der Nähe zum Gletscher ein beliebter Ausbildungsstützpunkt für Eis- & Hochtouren.

Das auf 2434 Meter hoch gelegene Haus wird von der DAV Sektion München & Oberland betreut und wurde zwischen 1873 und 1874 errichtet. Selbst bei schlechtem Wetter wird es einem hier nicht langweilig. Es gibt nämlich sogar eine eigene kleine Kletterhalle mit Boulderbereich.

Blick zurück am Taschachbach

Am Taschachhaus endet offiziell der Fuldaer Höhenweg. Zurück zum Ausgangspunkt geht es entlang des Taschachbach, welcher kurz nach der Moräne mit dem Sexegertenbach zusammenfließt.

Vom Haus aus geht es über einen schmalen Pfad abwärts bis man den Randbereich der Moräne betritt. Es ist sehr beeindruckend zu sehen und kaum vorstellbar, welche Kräfte hier am Werk waren und die Landschaft so geformt haben.

Mehrere Informationstafeln geben einem noch Informationen rund um die Gletscher und deren Entwicklung.

Hat man die letzte Brücke überquert und die Materialseilbahn vom Taschachhaus erreicht wird der Weg breiter. Er folgt dem Taschachbach bis zurück zur Taschachalm. Auf dem gesamten Weg hat man nochmal einen ganz anderen Blick auf das Tal und den Fuldaer Höhenweg.

Tourinfos:

  • Schwierigkeit: mittel

  • Streckenlänge: 23,1 km

  • Dauer: 8 Std

  • Aufstieg: 1198 m

  • Abstieg: 1153 m

GPS Download:

[sgpx gpx=“/wp-content/uploads/gpx/HIKING – Fuldaer Hoehenweg.gpx“]