Preikestolen heißt übersetzt Predigtstuhl und ist eine markante Felskanzel ganze 604 Meter über dem Lysefjord in Südnorwegen. Diese Felskanzel liegt im norwegischen Bezirk Rogaland etwa 25 Kilometer Luftlinie entfernt von Stavanger.

Wer im Süden von Norwegen unterwegs ist, dem sind neben dem Predigtstuhl auch die touristisch beliebten Ziele wie der Kjeragbolten und die Trolltunga ein Begriff. Und auch wenn diese Ziele sehr gut von Besuchern frequentiert werden, sollte man sich diese nicht entgehen lassen.

Denn die umgebende Landschaft ist einfach atemberaubend schön und es lohnt sich jede einzelne Tour. Erst recht wenn die Wetterprognose bestens ist. Allerdings kann auch hier, wie in den Alpen, das Wetter sehr schnell umschlagen oder von den Vorhersagen abweichen.

Ist Regen im Spiel sollte man sich dem Risiko sehr wohl bewusst sein und die Tour evtl. verschieben. Denn an allen Attraktionen gibt es weder Geländer, noch Netze oder einen doppelten Boden. Sollte man abrutschen oder einen Fehltritt machen kann dies sehr schnell extrem gefährlich werden.

Rund um den kleinen Ort Preikestolhytta gibt es einige kostenpflichtige Parkplätze. Norwegen ist teuer, das weiß man im Vorfeld, aber für eine paarstündige Parkmöglichkeit zahlt man hier mal eben umgerechnet 25 €.

Hat man das Auto abgestellt und den Rucksack auf den Rücken geschnallt geht es auch schon über eine Schotterpiste bergauf. Wenig später folgt man der Menge dem zunehmend schöner werdenden Wanderweg. Über Stock und Stein geht es hinauf zu zahlreichen Aussichtspunkten an denen man bei gutem Wetter schon einen tollen Blick auf den Lysefjord hat.

Leider hatten wir einen dieser Tage erwischt, an denen die Wettervorhersage mal so gar nicht passte. Das gesamte Massiv und das Hochplateau lagen leider den ganzen Tag im Nebel und nur ab und an konnte man einen Ausblick erhaschen. Aber trotz allen Widrigkeiten ist es definitiv eine lohnenswerte Wanderung auf der das Sprichwort: der Weg ist das Ziel! absolut zutrifft.

Der Weg führt zu Beginn steil einen Höhenrücken hinauf. Gefolgt von relativ ebenerdig verlaufenden Bohlenpfaden durch morastigen Wald, was stimmungstechnisch perfekt zum Nebel passt. Es folgen steile Steinstufen zur Urskarhöhe hinauf.

Das nächste Zwischenziel ist der Neverdalsskaretpass zu dem man über ein Geröllfeld gelangt. Relativ ebenerdig geht es vorbei an einem kleinen See über feste Felsformationen. Der Weg verläuft in einem weiten Bogen hinüber zu einem kurzen gesicherten Abschnitt und über eine kleine Treppe abwärts auf die letzten ungesicherten Meter zum Preikestolen.

Auf den letzten Metern wird es nochmal spannend und der Weg folgt den Felswänden zur rechten Seite bis nur wenige Meter an die Abbruchkante hin. Wer mit der Höhe Probleme hat sollte nicht ganz bis an die Kante gehen. Selbst bei Nebel ist das etwas unheimlich. Allerdings sieht man ja nicht wie steil und weit es hier runter geht.

Unzählige Menschen versammeln sich auf der ca. 25 x 25 Meter großen Plattform trotz des schlechten Wetters. Manche sitzen an der Kante und lassen Ihre Füße über dem Abgrund baumeln. Wenn man was sehen könnte, würde man den Neverdalsfjell erblicken, der unweit des Predigtstuhl ganze 709 Meter aufragt und auf den ebenfalls ein kleiner Pfad führt.

Es muss ein spektakulärer Anblick sein, wenn man den ca. 40 Kilometer langen Lysefjord weit unten erblicken kann. Aber auch so hat sich die Tour, welche offiziell mit 3,8 Kilometern und einem Anstieg von 330 Höhenmetern angegeben ist. Hin und zurück dauert es in etwa 3 bis 4 Stunden.

Zurück gelangt man auf genau demselben Weg, auf dem man aufgestiegen ist. Die Webseite VisitNorway weißt ebenfalls nochmal darauf hin, dass die Wanderung, welche jährlich etwa 200 000 Menschen auf sich nehmen, nicht bei jeder Witterung gemacht werden sollte. Und im Winter sollte man die Tour gar nur mit einem Erfahrenen Guide machen.

Sollte ich nochmals dorthin kommen, wird definitiv ein Zelt im Gepäck sein, und ich werde die Nacht Nahe des Preikestolen verbringen um am nächsten Morgen relativ früh den Ausblick zu genießen.

TOURINFOS:

  • Schwierigkeit: mittel

  • Streckenlänge: 8,8 km

  • Dauer: 3,5 Std

  • Aufstieg: 479 m

  • Abstieg: 484 m

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