Das Dahner Burgen- & Felsenland liegt im Pfälzerwald und ist ein traditionsreiches Klettergebiet in dem schon seit über 100 Jahren geklettert wird. Insgesamt zählt das Gebiet nahe der französischen Grenze mehr als 200 steil aufragende, zum Teil bis über 60 Meter hohe Wände und Türme in mitten einer atemberaubend schönen Mittelgebirgslandschaft.

Die meisten der steil aufragenden Felsmassive aus Buntsandstein liegen überwiegend im südlichen Pfälzerwald nahe Pirmasens. Eine Vielzahl an unterschiedlichen Felsstrukturen von Rissen, Kaminen, Wabenwänden, Reibungsplatten sowie Kieseleinlagerungen bieten jedem Kletterer eine abwechslungsreiche Kletterei.

Das Klettergebiet in der Pfalz zählt, neben dem Frankenjura, zu einem der bedeutendsten in Deutschland. Die meisten Routen müssen jedoch selber mit mobilen Sicherungsgeräten wie Klemmkeile & Friends abgesichert werden und der Umgang mit diesen sollte sicher sitzen. Oder man macht dort einen Kurs mit einem erfahrenen Trainer der das Gebiet sehr gut kennt.

Zur Pflege und Förderung des Klettersports an den Felsen im Pfälzerwald wurde Anfang des 19. Jahrhunderts die Vereinigung der Pfälzer Kletterer e.V. gegründet. Dieser Verein setzt sich für den Erhalt des Gebiets ein und gibt den Kletterern Verhaltensregeln an die Hand, welche in Zusammenarbeit mit Behörden, Naturschutzverbänden und den DAV Sektionen aus der Region zusammen erstellt wurden. Aktuelle Felssperrungen zu bestimmten Brutzeiten kann man der Vereins-Webseite entnehmen.

Sollte es während eines Kletter-Aufenthalts in der Region doch mal regnen oder die Arme ein Kletterpause benötigen hat das UNESCO Biosphärenreservat Pfälzerwald noch viel mehr zu bieten. Unzählige Burgen und Burgruinen sowie Aussichtsplattformen laden auch bei schlechterem Wetter dazu ein, die Region zu erkunden oder sich einen Überblick über das Umland zu verschaffen.

Fladensteine bei Bundenthal

Das Felsmassiv der Fladensteine mit seinen sieben Felstürmen liegt oberhalb der Ortschaft Bundenthal in mitten des Naturparks Pfälzerwald. Die Anfahrt erfolgt durch den Ort zum etwas außerhalb gelegenen Sportplatz. Vom dortigen Parkplatz hat man einen Zustieg von ca. 2 Minuten zum ersten Felsen.

Ein Geopfad mit zahlreichen Infotafeln zur Region und zur Entstehung der Buntsandsteintürme führt ebenfalls durch den Wald an den Felsen vorbei.

Ganze 52 Meter hoch ist der Bundenthaler Turm, welchen man als erstes erblickt. Hier finden sich die namhaften und beliebten Routen des Gebiets wie z.B die Götterverschneidung ( 6+ ), der Ilexweg ( 4 ) oder Hans guck in die Luft ( 7 ).

Es folgen der Namenlose Turm, Namenloser Grat, Ilexturm, Stuhl, Jüngst Turm und Erlenbacher Turm mit einer durchschnittlichen Wandhöhe von etwa 28 Meter. Jedoch sind die weiter hinten liegenden Felsen deutlich niedriger. Aber auch hier finden sich einige lohnenswerte Routen.

Insgesamt erwarten einen an den Fladensteinen 63 Routen zwischen dem 1. Und dem 9. Grad ( UIAA ). Davon sind die meisten im 6. und 7. Grad. An den kleineren Türmen befinden sich einige ganz einfache, kurze Klettertouren im 1. bis 4. Grad, in denen auch Kinder oder Neulinge der Region geeignete Kletterei finden.

Um das Legen mobiler Sicherungsgeräte zu üben bieten die Wandfüße und die unterschiedlichen Felsstrukturen beste Möglichkeiten. Danach kann man sich in den leichten Routen dem Legen beim Vorsteigen langsam annähern und allmählich steigern.

Da die Fladensteine komplett im Wald liegen lassen sich hier schnell Hängematten aufspannen und man kann mit der ganzen Familie der Kletterleidenschaft frönen. Für Groß und Klein gibt es auch rund um die Felsen viel zu entdecken.

Gekletterte Routen: Normalweg (1) – Namenloser Turm; Normalweg (3) und Südostkante (4) – Ilexturm

Schafsfelsen im Erfweiler Gebiet

Der Schafsfelsen liegt am Nordost Hang des Kahlenberges ca. 20 Gehminuten von Erfweiler entfernt. Mit dem Auto erreicht man am östlichen Ortsende einen kleinen Schotterparkplatz in der Bärenbrunner Straße. Von hier aus folgt man der Forststraße entlang eines kleinen Bachlaufs bis zu dessen kleiner Quelle auf der linken Seite. Man folgt dem Weg, welcher einen rechtsseitigen Bogen beschreibt in den Wald hinein. Kurze Zeit später erreicht man eine Weggabelung an der man dem Wanderweg Nr. 59 linkseitig folgt. Nur wenige Meter später weist einem der Wegweiser hinauf zum Schafsfelsen den Weg.

Ganze 28 Meter ragen die urig anmutenden Felsen gen Himmel. Im Ost-West-Verlauf setzt sich der Schafsfelsen aus dem Schäferturm, der Schandarie mit markantem Gipfelblock, einem Verbindungsgrat und dem Holderturm zusammen. Der Gipfelblock auf der Schandarie ist mittlerweile gesperrt und darf nicht mehr beklettert werden da der Block obenauf locker ist und wackelt.

Der Premiumweg Hahnfels-Tour verläuft direkt an den Felsen vorbei und ist gut frequentiert, sodass man als Kletterer häufig von Wanderern bestaunt wird. Insgesamt finden sich hier 42 Routen im unteren bis mittleren Schwierigkeitsgrad ( 2. bis 7. Grad UIAA ) und sind für Anfänger oder Familien bestens geeignet.

Die größte Auswahl findet sich vom 4. bis 6. Grad und auch hier gibt es nur wenig angebrachte Ringe als fixe Sicherungen. Oben auf den Felsen sind einige Umlenker angebracht, aber auch der ein oder andere kräftige Baumstand bietet sich dafür an.

Wer Rissklettern mag ist am Schafsfelsen genau richtig und für das Anbringen der mobilen Sicherungsgeräte findet sich von kleinen bis wirklich großen Rissen jede nur erdenkliche Möglichkeit. Wer mag kann das Ganze dazu auch noch in einem Kamin ausprobieren.

Einige der zum Teil vor über 100 Jahren erstbegangenen Routen tragen so tolle Namen wie Holderkante, Feuerriss, Zick-Zack-Weg oder Frühstücksriss und sind im Kletterführer auch mit 2 bis 3 Sternchen bewertet. Ein sehr lohnenswerter Felsen dem man unbedingt mal einen Besuch abstatten sollte.

Gekletterte Routen: Holderkante (4-); Blockanstieg (3); Eckriss (3); Handriss (4+); Feuerverschneidung (5+); Feuerkamin (5); Schandarie-Normalweg (3); Doppelriss (6)

Vielen Dank an unseren DAV Trainer Volker sowie Jenny & Georg, Alexander und Michael