Der Gebirgspass Staller Sattel, auf Italienisch Passo Stalle genannt, liegt am Ende des Antholzer Tals in Südtirol auf 2052 Metern. Dieser Pass verbindet das Antholzer Tal im Süden mit dem Defereggental im Norden in Osttirol. Auf der Passhöhe verläuft die Grenze zwischen Italien und Österreich.

Im Winter ist das Antholzer Tal jährlich das Mekka der Biathleten beim IBU Weltcup und in diesem Jahr fand dort sogar die Weltmeisterschaft statt. Und an den wettkampffreien Tagen, an denen man sich nicht im Publikum tummelt, bietet sich eine Wanderung zum Staller Sattel an.

An vielen Tagen im Winter findet man hier, auf Grund der südlichen Lage und der Talöffnung nach Süden hin, traumhafte Wetterverhältnisse bei Sonnenschein und einer atemberaubenden Kulisse der umgebenden Berge der Rieserfernergruppe mit dem Hochgall ( 3436 m ) und den Villgratner Bergen mit der Roten Wand ( 2818 m ) und den zahlreichen weiteren Gipfeln.

Direkt hinter dem Biathlon-Stadion liegt der Antholzer See ( Lago di Anterselva ) am Talschluss, welcher im Winter die meiste Zeit zugefroren ist und von einer Skilanglaufloipe und einem Wanderweg umrundet wird. Also der perfekte Ausgangspunkt für die Schneeschuhtour.

Man benötigt für den direkten Weg auf der Passstraße nicht unbedingt Schneeschuhe, diese Wanderung ist mit normalen Wanderstiefeln gut machbar. Wer aber etwas abseits der Straße laufen mag, für den empfiehlt es sich auf Schneeschuhe zurückzugreifen.

Nach dem Anlegen der Ausrüstung geht es zuerst gemütlich direkt über den See hinweg zur anderen Seite, wo man am Steg unweit des Seerestaurants „Platzl am See“ die Eisfläche verlässt und wieder festen Boden unter den Füßen hat.

Man folgt kurz der Straße Richtung Enzianhütte, welche nur etwa 150 Meter vom Seerestaurant entfernt im Wald liegt. Doch bevor man die Hütte erreicht, zweigt auf der rechten Seite ein Pfad ab und folgt dem kleinen Wasserlauf Staller Bach in den Wald hinein.

Den Pfad muss man jedoch bei den zunehmenden Schneemassen erstmal ausmachen und dann den wenigen Fußstapfen folgen. Es geht über eine kleine Brück hinweg und wenig später wird das Gelände deutlich steiler. Ein Wegweiser zeigt einem den Wanderweg ( 7B ) hinauf zur Steinzger Alm.

In zahlreichen Serpentinen geht es gut 250 Höhenmeter zum Teil sehr steil hinauf, sodass es sich lohnt die Steighilfen an den Schneeschuhen zu Hilfe zu nehmen. Nach gut einem Kilometer erreicht man eine Lichtung etwas unterhalb der Alm. Bei einer geschätzten Schneehöhe von gut einem Meter kommt man locker über die Zäune hinweg und quert den Hang hinauf zum Almweg.

Bei strahlender Sonne kann das Radler, nach dem doch anstrengende Aufstieg, nicht besser schmecken. Unten im Tal liegt der zugefrorene Bergsee.

Nun geht es auf der Almstraße erst einmal bergab um nach gut einem Kilometer den Weg, welcher im Winter auch häufig zum Rodeln genutzt wird, zu verlassen. Man folgt den Spuren im tiefen Schnee dem Wanderweg hinauf zum Staller Sattel. Dieser verläuft steiler hinauf, spart aber einiges an Strecke im Vergleich zur Passstraße.

Es geht konstant aufwärts, bis man auf einer Höhe von 2052 Metern die Passhöhe erreicht von wo aus man einen perfekten Blick hinab in beide Täler hat. Die Bergriesen ringsum strahlen im Sonnenlicht und spätestens hier ist man sich bewusst, für was man die Strapazen des Aufstiegs auf sich genommen hat.

Wer den Abstieg schneller hinter sich bringen will, der sollte auf der österreichischen Seite hinab zum Refugio Obersee hinabsteigen und sich einen Schlitten ausleihen, welchen man nach erfolgter Abfahrt an der Enzianhütte wieder abgibt.

Weg jedoch das winterliche Bergpanorama noch etwas genießen mag, der nimmt die Passstraße zu Fuß in Angriff und erreicht nach gut 45 Minuten den Antholzer See. Nach kurzer Stärkung im Seerestaurant geht es noch über den See hinweg zum Ausgangspunkt unweit des Biathlon-Stadion zwischen Seehaus und Huber Alm.

Zu Zeiten der Biathlon Wettkämpfe erreicht man den Lago di Anterselva nur mit den Shuttelbussen. Ansonsten ist die Anfahrt, je nach Witterungsverhältnissen und Schneehöhe, bis zu den Parkmöglichkeiten am Stadion oder am See möglich.

TOURINFOS:

  • Schwierigkeit: mittel

  • Streckenlänge: 14 km

  • Dauer: 4,5 Std

  • Aufstieg: 566 m

  • Abstieg: 569 m

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