Wer Klettersteige mag ist am Gardasee genau richtig. Hier finden Freunde der Eisenwege viele Ferratas von leicht bis schwer die auch historisches zu bieten haben.

Unweit der Ortschaft Riva del Garda am nördlichen Gardasee findet sich das Rocchetta Massiv in dem sich zahlreiche Relikte aus dem ersten Weltkrieg finden. Die alten Stellungen, die in den Fels gehauen und betoniert wurden, lassen sich mithilfe der Klettersteige bestens erkunden.

Man bewegt sich also auf historischen Pfaden und bekommt an vielen Stellen noch einen atemberaubenden Ausblick auf den oberen Teil des Lago di Garda sowie die Orte Riva del Garda, Torbole und Arco dazu.

Von Riva aus folgt man der Beschilderung Richtung Val di Ledro. Hat man die beiden Tunnel durch das Rocchetta Massiv durchquert, landet man kurze Zeit später in der kleinen Ortschaft Biascesa.

Direkt an der ersten und einzigen Ampel im Ort, folgt man den Schildern rechts hinauf zum Wanderparkplatz. Hier heißt es Rucksack aufsetzten und Wanderschuhe schnüren und dann kann es auch schon losgehen.

Die Gipfel Cima Capi und Cima Rocca beherbergen gleich 4 Ferratas die bestens miteinander kombinierbar sind. Vom Ortsrand aus hat man einen perfekten Ausblick auf das gesamte Massiv.

Ohne groß an Höhenmeter zu gewinnen verläuft der zunehmen schmale Pfad in östlicher Richtung zurück zum Gardasee. An manchen Stellen lässt der sonst dichte Bewuchs einen Blick auf den oberen Teil des Gardasees zu.

Nach etwa eineinhalb Stunden erreicht man den Einstieg zum Klettersteig Sentiero attrezzato Fausto Susatti. Der Steig verläuft quasi am Grat hinauf zur 909 Meter hohen Cima Capi. Immer wieder gibt es spektakuläre Ausblicke auf den See und die großen Orte Riva und Torbole.

Der Fausto Susatti ist ein wirklich sehr schöner Klettersteig und auf Grund seiner Schwierigkeit „B“ ein eher leichter Vertreter der Eisenwege in diesem Gebiet. Daher ist dieser Klettersteig auch bestens für Einsteiger geeignet.

Auf dem Cima Capi thront eine italienische Gipfelfahne aus Metall. Ein Gipfelbuch zum verewigen darf natürlich auch nicht fehlen.

Nun geht es ein kleines Stück wieder hinunter um danach auf einen etwas breiteren Weg zu gelangen. Ein unübersehbares großes „H“ markiert hier einen Landeplatz für Hubschrauber im Fall von Rettungseinsätzen.

Es geht erneut hinein in Überreste alter Stellungen die an Schützengräben erinnern. Kurze Zeit später erreicht man den Einstieg zum kurzen Klettersteig Sentiero attrezzato Mario Foletti an der Südflanke der Cima Rocca.

In diesem ebenfalls leichten Klettersteig ( B ) warten überwiegen gut gesicherte Querungen. Es gibt nur wenige Auf- und Abstiege. Nach gut einer halben Stunde ist auch dieser Steig geschafft und man gelangt über einen Pfad zur Hütte Bivacco Arcioni. Am Wochenende ist diese Hütte gelegentlich geöffnet und man bekommt kleine Snacks und kühle Getränke. Unweit dieser Berghütte findet sich die Chiese di San Giovanni, eine kleinen Kapelle oberhalb von Biacesa. Hier geht es rechts weiter hinauf zur Cima Rocca und dem Sentiero dei Camminamenti. Nach wenigen Kehren erreicht man den Eingang zu einer Kaverne.

Die zum Teil stockdunklen Stollen wechseln sich mit großen Räumen ab und man folgt der Markierung hinein in den Berg. Eine Stirnlampe ist hier zwingend erforderlich und im Stollen sollte man den Helm ebenfalls auf dem Kopf tragen da die Stollen oft nicht sehr hoch sind.

Über eine ca. 10 Meter hohe Leiter geht es dann wieder zurück ans Tageslicht und man folgt dem Steig weiter bergauf. Wenig später erreicht man weitere große Stellungsreste um von dort hinauf zum kleinen Gipfelkreuz auf der Cima Rocca ( 1090 m ) zu gelangen.

Nach kurzer Rast und einem weitere Tollen Blick auf den Gardasee und die nördlich gelegenen Ortschaften geht es auf der Nordseite wieder abwärts. Der Klettersteig ist hier teilweise sehr steil und man sollte sich trotz des eher leichten Schwierigkeitsgrads trotzdem im Drahtseil einhängen.

Wenige Minuten später erreicht man wieder einen Stolleneingang dem man hinein in den Berg folgt. Auf der anderen Seite gelangt man wieder ans Tageslicht und die Wegmarkierung 460 weißt einem dem Weg zurück zur Chiesa di San Giovanni.

An der Weggabelung hat man nun die Möglichkeit dem breiten Weg hinab nach Biacesa zu folgen oder man nutzt den letzten kleinen Klettersteig Sentiero delle Laste zum Abstieg.

Hier warten ebenfalls noch weitere Stellungsreste die eine Bildergalerie beherbergen. Diese vermitteln einem einen Einblick der damaligen Zeit.

Nun heißt es endgültig zurück zum Ausgangspunkt in Biacesa abzusteigen. Aber man ist um ein tolles Klettersteigabenteuer reicher. Wer also im mediterranem Flair Klettersteige begehen möchte sollte sich diese definitiv nicht entgehen lassen.